Tomaten: Helden der Nacht?

Die Tomate gehört zur Pflanzen-Familie der Nachtschattengewächse. Auch andere Nutzpflanzen wie Paprika oder Kartoffeln zählen zu dieser Familie – aber was steckt hinter der Bezeichnung? Wachsen Tomaten etwa nur bei Nacht oder im Schatten?

In der Botanik  werden Nachtschattengewächse auch als Solanaceae bezeichnet. Nachtschattengewächse wachsen ein- oder mehrjährig und bei ihren Früchten handelt es sich meistens um Beeren oder Kapseln, die für eine ideale Reifung mildes bis tropisches Klima und – Überraschung – sehr viel Sonnenlicht benötigen. Daher kann der Begriff des Nachtschattengewächses also nicht rühren – woher kommt er aber dann?

Um die Herkunft der Bezeichnung ranken sich verschiedenste Mythen. Die wohl wahrscheinlichste davon ist schon viele, viele Jahre alt und geht sogar bis ins Mittelalter zurück. Die heutige Bezeichnung „Nachtschatten“ leitet sich vom damaligen Begriff „Nachtschaden“ ab. Als Nachtschaden bezeichnete man im Mittelalter unruhigen, schlechten Schlaf oder Alpträume. Zur Behandlung dieses nächtlichen Unwohlseins wurden Nachtschattenpflanzen verschrieben – denn sie galten als besonders wirkungsvolles Mittel für einen erholsamen Schlaf. Das liegt vor allem an den in ihnen enthaltenen Alkaloiden. Bei Alkaloiden handelt es sich um Giftstoffe, die in Form von Solanin auch in Tomaten enthalten sind. Doch nicht immer entfalteten die auch die gewünschte Wirkung: Häufig schlug sie sogar ins Gegenteil um und sorgte für Übelkeit und Unwohlsein. Doch Entwarnung: Das gilt nur für grüne, unreife Tomaten. Sobald die Tomate vollständig ausgereift ist und satt rot leuchtet, kann sie bedenkenlos genossen werden. 

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