Pikieren von Tomaten

Besuch auf dem Feld: Tomaten richtig pikieren

In Italien hat seit Ende März bis in den April hinein, die Aussaat für Tomatenpflanzen begonnen. Doch was passiert zwischen der Aussaat und der Tomatenernte?  Ein weiterer Arbeitsschritt für eine gute Entwicklung der Tomatenpflanze ist das Pikieren. Um zu erfahren, was genau man unter dem Begriff Pikieren versteht, lohnt sich der Blick aufs Feld.

Wann kann mit dem Pikieren der Tomaten begonnen werden?

In der Regel kann der Tomatenbauer zwei bis drei Wochen nach der Keimung die Tomaten pikieren. Wichtig ist, dass die Tomaten erst pikiert werden, sobald sich das erste Paar Tomatenblätter ausgebildet hat. Hier ist es wichtig den Unterschied zwischen Tomatenblättern und Keimblättern zu kennen. Als Keimblätter bezeichnet man das erste Paar Blätter, welches nach der Keimung erscheint. Die Form ist oval und damit von dem echten Laub der Tomatenpflanze optisch gut zu unterscheiden.

Was genau bedeutet pikieren?

Der Begriff Pikieren meint das Vereinzeln der Tomatenpflanze. Das Vereinzeln ist wichtig, damit die Pflanze, die zuvor in Anzuchterde und kleiner Saatschale herangewachsen ist, nun mehr Platz zum Wachsen bekommt. Außerdem kann nach dem Pikieren auch viel besser auf die Bedürfnisse der Pflanze bezüglich der Erde eingegangen werden.

Wie läuft das Pikieren ab?

Zunächst wird die Tomatenpflanze vorsichtig aus der Anzuchtschale genommen und an den Blättern mit Daumen und Zeigefinger festgehalten. Zum Pikieren wird ein Pikierstab oder auch Pikierholz benötigt. Mit diesem lässt sich die Erde unter der Wurzel lockern und die Pflanze kann dann leichter entnommen werden. Sollten die Wurzeln von verschiedenen Pflanzen zusammenhängen, müssen diese vorsichtig auseinandergezogen werden.

Bevor die Tomatenpflanze wieder eingepflanzt wird, sollte sichergestellt werden, dass die Wurzeln nicht länger als drei bis vier Zentimeter sind, ansonsten müssten diese eingekürzt werden. Für die bessere Wurzelbildung kann die Pflanze bis zu den Keimblättern in die Erde eingepflanzt werden. Denn so bleiben die Setzlinge standfest und bilden besser die sogenannten Adventivwurzeln. Nach dem Umpflanzen sollte die Tomatenpflanze vorsichtig mit den Fingern an die Erde angedrückt werden.

Expertentipp

Als professionellere Alternative können Multitopfpaletten zur Aussaat verwendet werden, wie auf den Feldern der italienischen Marke Mutti zu sehen. Ein hochwertiger Tomatenproduzent wie Mutti muss eine große Fläche an Feldern bearbeiten und dabei den Platz so effizient wie möglich nutzen. Multitopfpaletten benötigen im Vergleich zu Einzeltöpfen weniger Platz bei der Aussaat. Außerdem erleichtern sie das Pikieren, denn beim Herausnehmen der Setzlinge aus den Multitopfpaletten bleiben die Wurzeln der Pflanzen unbeschädigt – auch beim Einsatz von Pflanzmaschinen. Denn natürlich können nicht alle Landwirte jede einzelne Pflanze per Hand setzen und pikieren. Stattdessen verwenden sie eine spezielle „Tomaten-Pflanzmaschine“, die ein Loch in die Erde gräbt, den Tomatensetzling darin platziert und das Loch anschließend wieder verschließt, ohne die sensiblen Wurzeln der Setzlinge zu beschädigen. Ein besonders wichtiger Faktor, denn alles, was gut für die Tomatenpflanze ist, ist auch gut für ihren Geschmack.

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