Jeder Tropfen ist kostbar: Nachhaltiger Umgang mit Wasser

Wasser ist Leben – das haben wir früher schon zu Schulzeiten gelernt. Trinkwasser ist unser wichtigstes Lebensmittel. Ohne Nahrung kann ein Mensch je nach Fettreserven etwa vier Wochen überstehen, ohne Wasser jedoch nur wenige Tage. Der menschliche Körper besteht zu großen Teilen aus Wasser. Bei Kindern etwa 70 bis 80 Prozent, bei Erwachsenen und älteren Menschen gehen die Werte auf 50 Prozent zurück. Auch für Pflanzen ist Wasser unentbehrlich: Es ist ebenfalls Hauptbestandteil der Flüssigkeit in ihren Zellen, die ihrerseits das Gewebe und die Organe der Pflanzen aufbauen.

Auf dem ersten Blick scheint beim Thema "Wasser" Sorglosigkeit berechtigt zu sein, denn mehr als zwei Drittel der Erde sind von Wasser bedeckt. Es sieht so aus als würde es mehr als genug für alle geben, besonders in regenreichen Ländern wie Deutschland. Doch jeder Bundesbürger verbraucht am Tag rund 125 Liter Trinkwasser. Im europäischen Vergleich ist das sogar noch ein geringer Wert, weil bei uns bereits ein Bewusstsein existiert, mit diesem Gut verantwortungsvoll umzugehen.

Vor allem in der Landwirtschaft und Industrie werden jährlich hohe Mengen an Wasser verbraucht. Beim Anbau von Futter- und Lebensmitteln ist je nach Gegend viel Wasser nötig, um Pflanzen und Samen zu bewässern. Gerade hier gibt es große Unterschiede zwischen verschiedenen Unternehmen. Nachhaltigkeitsbewusste Unternehmen legen großen Wert darauf, Wasserverschwendung zu vermeiden und somit ihren „Wasserfußabdruck“ zu reduzieren.

Ein vorbildliches Handeln im Sinne eines effizienten Wasserkreislaufs gibt es beispielsweise beim Tomatenanbau bei dem Unternehmen Mutti in der Region Emilia-Romagna in Italien:

Nach der Ernte werden die Tomaten sortiert und mit sanftem Wasserstrahl abgespült, um sie nicht zu beschädigen. Der Verbrauch wird sorgfältig überwacht und Saison um Saison rationalisiert.

Aber nur in der Verarbeitung auf den Wasserverbrauch zu achten, genügt nicht, denn 80 Prozent des benötigten Wassers landet auf den Feldern. Viele Tomatenanbauer werden deshalb bei der Entwicklung von Bewässerungstechniken unterstützt, mit denen sich der Verbrauch reduzieren lässt, ohne die Qualität der Tomaten zu beeinträchtigen. Besonderen Wert wird darauf gelegt, Wasser so oft wie möglich aufzufangen und wiederzuverwenden, um so den Gesamtverbrauch bedeutend zu reduzieren.

Und wie kann man als Verbraucher verantwortungsvoll mit Wasser umgehen? Nur ein Bruchteil der weltweiten Wasservorräte ist Süßwasser – sprich Trinkwasser. Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu gereinigtem Trinkwasser. Das bedeutet für jeden einzelnen von uns, dass wir es bei Gebrauch möglichst wenig verunreinigen sollten.

Im Alltag können wir ganz einfach Wasser sparen: Indem wir mal die „Spartaste“ beim Toiletten spülen benutzen. Durch den Austausch von alten Haushaltsgeräten mit neuen wassersparenden Armaturen, Waschmaschinen und Geschirrspülern wird der tägliche Wasserbedarf noch weiter zurückgehen. Auch häufiger duschen statt baden kann helfen, Wasser einzusparen. Oder einfach beim Händewaschen und Einseifen zwischendurch den Wasserhahn zudrehen. Und noch ein kleiner, einfacher Tipp: Frische Lebensmittel wie Obst und Gemüse einfach in einer Schüssel reinigen, statt unter fließendem Wasser.

Inzwischen weisen nicht nur Umweltschützer auf einen sorgsamen Umgang mit dem kostbaren Nass hin – und das ist auch gut so! Denn nur, wenn wir achtsam im Umgang mit uns und den Naturressourcen umgehen, können wir diese Welt guten Gewissens an die nächsten Generationen weitergeben. Es gibt so viele Möglichkeiten, etwas zu tun – auch wenn sie im ersten Moment klein erscheinen. Aber genau hier fängt es an: Wir müssen darüber nachdenken und Wasser nicht als selbst-verständlich und immer verfügbar erachten.

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